Sitara war seit frühester Jugend spirituell auf der Suche. Locker protestantisch erzogen, entschied sie sich mit 14 Jahren, katholisch zu werden. In ihrer Studienzeit kamen jedoch ganz andere Einflüsse ins Spiel: Sie trat aus der Kirche aus. Wenig später entdeckte sie Osho (damals Bhagwan Shree Rajneesh) und reiste mit 24 zum erst Mal nach Indien. Dort wurde sie Schülerin von Osho und lebte in den nächsten 22 Jahren im Osho-Kontext – eine intensive und bereichernde Zeit ganzheitlicher Entwicklung und persönlicher Befreiung.

Doch in all diesen Jahren spielte die Frage „Wer bin ich?“ für Sitara nie eine Rolle. Erst mit der Jahrtausendwende tauchte diese Frage erstmals in ihr auf und fand nahezu zeitgleich ihre Antwort. Geburtshelferin war die Satsang-Lehrerin Dolano und ihr Aufwachprozess „Intensive Satsang“. Ein entscheidender Wendepunkt, wonach das Leben nie mehr so sein sollte wie zuvor, ein grundlegender Perspektivwechsel – und doch sollten noch viele Jahre folgen bis die Erkenntnis komplett war, ohne jegliche Schwankungen intellektueller oder emotionaler Art.

Bevor Sitara das Advaita Vedanta entdeckte, trug auch die Satsang-Lehrerin Gangaji mit einigen ihrer Aussagen entscheidend zur weiteren Klärung bei. Allerdings war das westliche Advaita nicht in der Lage, die vollständige Abrundung zu bringen, die nötig war, um aus jemandem, der erkannt hat, einen vollkommen befreiten Menschen zu machen. Obendrein war Sitara auch auf der Suche nach einem geeigneten Instrument, das anderen helfen würde, die Erkenntnis und sogar die vollkommene Freiheit zu erlangen.

Dennis Waites Buch „Back to the Truth“ war dann 2007 der Einstieg, und Sitara begann, das Advaita Vedanta intensiv zu studieren. Dabei orientierte sie sich vor allem an Swami Paramarthananda, in geringerem Ausmaß auch an dessen Guru Swami Dayananda, sowie an dessen Guru Swami Chinmayananda. Als vereinzelt Menschen sich an dem, was sie zu geben hatte, interessiert zeigten, fing Sitara an zu lehren. Dabei entwickelte sich die Art des Lehrens ständig weiter – im Verein mit ihrem eigenen Studium der Methodologie des Advaita Vedanta (Sanskrit: sampradaya).

Erst mit Beginn der Retreats, 2015, war ihr Lehren ganz und gar an der Sampradaya ausgerichtet und ist es bis heute. So ist das Advaita Vedanta auch gedacht: Es kann dem Schüler nur in einer direkten Beziehung von seinem Lehrer vermittelt werden, der gemäß der Methodologie des Advaita Vedanta lehrt (und niemals sein eigenes Süppchen kocht). Seit 2017 sorgt Sitaras ständiger persönlicher Kontakt mit Swami Paramarthananda dafür, dass sie dort, wo noch Feinabstimmung nötig ist, stets kompetente Unterstützung erhält.

Da die Sampradaya des Advaita Vedanta der Jahrtausende alten vedischen Kultur Indiens entspringt, spielt die Wertschätzung dieser Kultur und das Wissen um sie eine große Rolle, und es ist Sitara ein Herzensanliegen, in den Schülern diese Wertschätzung zu wecken. Auch dieser Aspekt gehört hier im Westen zur Lehre dazu, weil man ihn nicht, wie in Indien, voraussetzen kann.

 

Pranams an die Sampradaya

 

Pranams ist Sanskrit und bedeutet so etwas wie „sich verneigen, ehrerbietig grüßen“.

Die höchste Erkenntnis ist das Endziel aller Inkarnationen. Sie bringt die absolute Freiheit. Es gibt für den Menschen nichts Größeres als sie. Deshalb ist der Lehrer, oder sind die Lehrer, die einem dabei geholfen haben, sie zu erlangen, höchster Verehrung würdig.

Natürlich gibt es unendlich viele Menschen, Situationen und Umstände, die mich unterstützt haben, und sie alle aufzuzählen, würde jeden Rahmen sprengen.

Deshalb fange ich mit dem letzten Lehrer an, dem ich in tiefster Dankbarkeit verbunden bin und der mir auch jetzt noch, wo ich schon eigene Schüler habe, zur Seite steht, um immer wieder auftauchende Fachfragen zu klären.

 

Ich verneige mich in Dankbarkeit vor meinem Guru, Swami Paramarthananda, und allen Gurus der Lehrtradition des Advaita Vedanta

 

Lobpreis an die Sampradaya

 

Der Guru aller Gurus ist das Göttliche selbst. Mit ihm beginnt daher auch der folgende Lobpreis (vandee) an die Lehrtradition (Sampradaya) des Advaita Vedanta. (Im folgenden Text steht für das Göttliche exemplarisch Shiva.)

 

sadāsiva samārambhām
Beginnend mit Shiva, in seiner Form als Lehrer,

 

sankarāchārya madhyamām
über Shankaracharya

 

asmad āchārya paryantām
bis hin zu meinem eigenen Guru

 

vande guru paramparām
Lobpreis der Linie der Gurus

 

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In die Vergangenheit blickend, verneige ich mich in Dankbarkeit vor Dolano und vor Gangaji, die mir das Wissen um mein wahres Sein zuallererst eröffnet haben. Nur dadurch war mir das Advaita Vedanta unmittelbar zugänglich – welches die Erkenntnis dann ganz und gar rund gemacht hat.

Und ich verneige mich in Dankbarkeit vor meinem ersten Guru, Osho, der mich über 20 Jahre lang begleitet, mich durch alle Kinderkrankheiten des spirituellen Weges geführt und meinen geistigen Horizont enorm erweitert hat. Die Botschaft, die bei mir am allermeisten ankam, war: Du bist frei – sogar frei, einen Weg zu vertreten, der ganz anders ist, als was du in deiner „Osho-Zeit“ gelebt hast. Zu wissen: Die Wahrheit manifestiert sich in immer wieder neuen Formen und bleibt doch ewig dieselbe.[*]

 

Pranams